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Spielmannszug FF Haselau

50 Jahre Freude am Musizieren

HASELAU. Die Idee hatte der damalige Wehrführer Wilhelm Jürgs zusammen mit Detlef Büll, der der Gruppe Hohenhorst vorstand: "Wieso sollte es der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Haselau nicht gelingen, einen eigenen Spielmannszug zusammenzustellen?", fragten sie sich. Auf der nächsten Jahreshauptversammlung im Februar 1960 war ihre Idee bereits beschlossene Sache. Etwa 20 Kameraden - alles Amateure - meldeten sich sofort an mitzumachen. Und weil immer mehr dazu kamen, weil das Interesse, die Freude am Musizieren und die Lust an der Gemeinschaft nie nachließen, kann der Spielmannszug der FF Haselau in diesem Jahr, in diesem Monat, in diesem Sommer ein stolzes Jubiläum feiern: sein 50-jähriges Bestehen.

Jede Stimme und jedes Instrument war damals bereits mindestens einmal besetzt, berichtet der heutige Vorsitzende Hein Kruse . Nachdem den Trommeln, Becken, Querflöten, Lyristen (hochstehendes Xylophon) und dem Tambomajor Töne, Takt und Rhythmus in wöchentlichen Übungsabenden beigebracht worden waren, zog der Spielmannszug an Himmelfahrt 1960 das erste Mal offiziell los. Mit drei verschiedenen Märschen im Repertoire und unterstützt vom Spielmannszug des TSV Uetersen.

Heute können die 49 Aktiven natürlich sehr viel mehr Stücke spielen - die Tradition des Himmelfahrtumzugs jedoch behielten die Kameraden bei: Jedes Jahr führt ein Übungsmarsch im Wechsel entweder durch Haselau oder durch Haseldorf.

"Wir waren mal mehr als 60", erklärt Kruse stolz. Das ist Jahrzehnte her, doch nie seien sie weniger als 40 Musiker gewesen. Zurzeit pendelt die Mitgliederzahl um die 50. Nachwuchssorgen haben die Haselauer nicht. "Wir können nicht klagen. Der Zulauf ist gut. Alle zwei bis drei Jahre nehmen wir neue Jugendliche auf" , so der Vorsitzende. Doch nicht nur die Mitgliederzahl und das Repertoire wuchsen beträchtlich an, auch die Auftritte häuften sich - und wurden durchaus spektakulärer. Außer Laternenumzügen, Jubiläen und Geburtstagsständchen ziehen die Kameraden seit nun gut 20 Jahren beim großen Schützenausmarsch in Hannover - manch einer spricht von Europas größtem Schützenfest - mit. Außerdem beteiligen sie sich am Konzert der Spielmannszüge, das jedes Jahr in Moorreges Himmelsbarg stattfindet. Höhepunkt der Vereinsgeschichte war jedoch ein Auftritt, der die Kameraden bis nach Übersee führte: Im September 1976, im Jahr der Flutkatastrophe, marschierte der Spielmannszug Haselau inmitten der berühmten Steubenparade in New York mit.

Die Fluktuation bei solch einem zeitintensiven "Hobby" ist gerade unter Jugendlichen recht groß. Besonders bei Mädchen, die sowieso erst seit der Jahrtausendwende und "nach vielen Diskussionen mehr oder weniger mehrheitlich beschlossen" bei den Haselauern mitmischen dürfen, berichtet Kruse mit einem Schmunzeln. Demgegenüber jedoch gibt es sehr viele "Alteingesessene". Langjährige Mitstreiter, die dem Spielmannszug die Treue halten. Vorsitzender Kruse ist solch ein Beispiel. Seitdem er acht Jahre alt ist, bläst der Zwei-Meter-Mann die Querflöte. Und sogar zwei Gründungsmitglieder sind heute noch aktiv: Werner Bütt, der Flötist, und Gerhard Koopmann, der alle Instrumente schon einmal gespielt hat. Seitdem Koopmann auch am Instrument ausbildet, weiß er: "Man wird nie einen fertigen Spielmannszug haben". Doch er habe sich dem nun einmal verschrieben, ergänzt das Urgestein, das außerdem mehr als 30 Jahre lang den Vorsitz im Spielmannszug Haselau innehatte.

Koopmann kann auch eine dieser "Geschichten am Rande" zum Jubiläums-Rückblick beisteuern: Einmal, zu feuchtfröhlich-fortgeschrittener Übungsstunde, ein Moped für nur eine D-Mark den Besitzer wechselte - allerdings nicht, bevor es nicht in der Gaststube etliche Runden Probe gefahren worden war.

Wedel-Schulauer Tageblatt - Pinneberger Tageblatt
Text und Foto von Inge Jacobshagen 5. Februar 2010

Hein Kruse - Foto Inge Jacobshagen Wedel Schulauer Tageblatt